Mensch sein, heißt gütig zu sein.

Zu Depressionen

Ich wurde mal gefragt:
Mein Partner hat durch einige schlechte Kindheitserlebnisse noch heute schwere Depressionen. Was kann ich tun?
Und habe mir nun mal ein wenig Gedanken gemacht.

Doch vorher möchte ich etwas über das duale Verhältnis der Psyche erzählen. Nun, spirituelle Führer und Psychologen erwähnen öfter den Bild-Begriff „aus seiner Mitte sein.“. Doch was ist eigentlich „die Mitte“ ? Im Grunde genommen bedeutet es nichts anderes, als mittig zwischen zwei Pole sich
befindend. Pole, die in absoluter Wechselwirkung zu einander stehen. Wie zwischen Plus und Minus, oder Yin & Yang, zwischen Freud und Leid, Gut & böse, oder männlich und weiblich...

Der Buddhismus zum Beispiel beschreibt die Welt als ein negativ wirkendes Konstrukt in der wir nun leben, und erklärt, dass der Mensch mit seiner Fähigkeit des Denkens und der Liebe den positiven Gegenpol bilden soll. Diese Wechselwirkung ist die Kraft, die unseren Kosmos zusammen hält. Und diese Kraft wird durch das Äußere ins Negative gezogen und durch das Innere wieder ins Positive. Diese Pole beeinflussen unser Tagesbewusstsein und unser Unterbewusstsein.

Wenn uns also etwas Schlechtes durch Außen passiert, wirft uns das erst mal aus der Mitte. Und die logische Folge ist, dass wir an einem Mangel an Selbstwertgefühl erkranken. Das kann bis zu schweren Depressionen führen. Eine der häufigsten Erkrankungen, ist die schizophrene Persönlichkeitsstörung. Und Menschen die in jungen Jahren ein tiefgreifendes negatives Erlebnis haben, erkranken oft an dieser Störung und tragen diese ihr ganzes Leben mit sich herum. Sie verhalten sich gegenüber anderen arrogant, besitzergreifend, verletzend, egoistisch usw. . Ihnen fehlt Empathie und somit Mitgefühl.

Die schwerste Form dieser Störung ist entweder dauerhafte tiefe Depression, die auch mit Suizid enden kann oder Gewalt gegen andere in den verschiedensten bekannten Szenarien, wie Vergewaltigung und Mord. Wenn die Symptome zu nehmen, liegt das daran, dass das bisschen Selbstwertgefühl immer weiter schwindet. Somit können die Betroffenen nicht auf dem Wege der direkten verbalen Konfrontation mit ihrer Krankheit auf dem Weg zur Heilung gebracht werden. Es gibt keinen kalten Entzug. Es wäre für die Betroffenen ein Angriff auf ihr restliches Selbstwertgefühl.

Der einzige funktionierende Weg ist, meiner Meinung nach, der stete respektvolle Umgang, auch dann, wenn diese es „verdient“ hätten. Die negative Respektlosigkeit muss durch den positiven Respekt bekämpft werden. Dazu gehören wohlüberlegte Wortwahl, Betonung und Lautstärke. Genauso gehört es auch dazu, das man, wenn der Betroffene sich verletzend gegenüber anderen oder einem selbst verhält, ihm das auch so zu sagen. Zum Beispiel: „Also, so wie du gerade mit mir geredet hast, warst du sehr verletzend.“ Man bringt ihm regelrecht bei was richtig und falsch ist, ohne selbst respektlos zu werden.
Denn, dass was ja nun damals in der Kindheit falsch erlernt wurde, falsch vorgelebt, muss definitiv korrigiert werden. Mit Spaß und gutem Vorbilde können falsch erlernte Prinzipien neu überdacht und geändert werden.

Wenn man vor hat, jemanden von seiner Störung zu heilen benötigt man selbst genügend Selbstwertgefühl und viel Geduld. Wie bei der Erziehung eines Kindes. Da man aber nicht erwarten kann, diese Vorbedingungen stets zu erfüllen, sollte man sich dieser Herausforderung nicht allein aufbürden. Auch sind Fortschritte schneller zu erreichen,

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