Mensch sein, heißt gütig zu sein.

"Teile und Herrsche"

Die Philosophie des „teile und herrsche!“
„Divide et impera“ ist eine Redewendung aus dem Latein, welche bedeutet, man solle ein Volk oder Gruppierung in Untergruppen aufspalten, damit sie leichter zu beherrschen bzw. zu besiegen sei.
Diese politisch-strategische Praxis ist heute genauso gegenwärtig wie zu Zeiten des antiken römischen Reiches. Das Volk (besser gesagt die voll geschäftsfähigen Bürger) werden in Gruppen (auf-) geteilt, um diese zu bestimmter Zeit besser zu beherrschen. Es ist leichter eine kleine überschaubare Gruppe zu beeinflussen als Millionen von Bürgern. Zum Beispiel gibt es eine Zeit, wo die Mainstream-Medien und die Politik, Links-Radikalismus als Thema aufgreifen und eine Zeit, in der Rechts-Extremismus behandelt wird. Genauso gibt es mal für ein paar Wochen oder Monate, wo Arbeitslose als Schmarotzer dargestellt werden und eine Zeit, in der die arbeitende Bevölkerung teilweise als Steuerhinterzieher gebrandmarkt werden. Oder ein Konflikt zwischen Ost und West konstruiert und am Leben gehalten wird, was jeder an den heutigen Durchschnittslöhnen erkennen kann.
In der Zeit des kalten Krieges, gab es die Aufteilung in Gut und Böse. Je nach dem welche  politische Seite gewählt wurde, war man auf der „Guten“ oder der anderen, der „Bösen“.
Nach dem Mauerfall wurde ein neuer „Feind“ benötigt. Saddam Hussein. Der gute Westen und der „irre“ Diktator. Nach dem ersten Golfkrieg waren es die Afghanen, ausgelöst durch die Ereignisse im September 2001. Und danach kamen (wiederholt) Hussein, Gaddafi, nun Assad und bald ist es Iran. In den Zwischenspielen der genannten Despoten kamen der eine oder andere Schurke oder Schurken-Staat.
Der Herrschende ist stets darum bemüht, dem neugierigen Untertanen Futter zu geben. Ein Ziel für seine Wut. Nichts fürchtet der Herrschende mehr als eine größere Gruppe von Untertanen, die Zeit, Gelegenheit und ausreichend Intellekt besitzt, um hinter die Fassade ihrer Politik zu schauen.
Dies hat jedoch auch im Arbeits-Alltag längst Einzug gehalten. Es ist üblich, dass der Chef eines größeren Unternehmens, der hauptsächlich die Führungs-Riege delegiert, dem untersten Mitarbeitern Sympathie signalisiert, während er gleichzeitig dem Führungspersonal erklärt mehr Leistung aus den untersten Mitarbeitern „heraus zu kitzeln“. Nur damit der Status Quo aufrecht gehalten wird. Somit entsteht ein stetes Spannungsfeld zwischen den Abteilungen und Mitarbeitern einer Firma. Es ist der Motor um Höchstleistung auf der Basis von Angst zu gewinnen. Der gesundheitliche Aspekt des Individuums spielt weder in der Wirtschaft noch in der Politik dabei eine Rolle. Der Einzelne wird somit entbehrlich...
Doch so langsam erkenne ich auch, dass immer mehr Menschen diesen altrömischen Trick durchschauen und sich weder ablenken noch massiv manipulieren lassen, in dem sie ihre eigene Achtsamkeit fördern und diese von ihren Mitmenschen einfordern.
Dieses Prinzip der Achtsamkeit finde ich bei den großen Denkern der Geschichte und einigen Religionen wieder, die schon lange dazu aufriefen. Stete Achtsamkeit ist aus meiner Sicht die Grundvoraussetzung, um Vorurteile und überstürztes Handeln zu vermeiden, dass dann wiederum zu einem einheitlichen Handeln, einem gemeinsamen, geschlossenem Handeln führt.

Johann Wolfgang von Goethe sagte/schrieb einst:
„Entzwei und gebiete! Tüchtig Wort. – Verein und leite! Besserer Hort.“

Aufgrund dessen, dass Wut die Aufmerksamkeit der Masse beeinträchtigt und diese zusätzlich spaltet, entstehen kleinere Gruppen, die mit Leichtigkeit gelenkt werden, woran dann sogar ganze Wirtschaftszweige profitieren.
In den beiden Weltkriegen waren die Banken, die Waffenindustrie und die Ölkonzerne die eigentlichen Profiteure und meiner Meinung nach auch die eigentlichen Provokateure.
Der Einfluss im Bereich der Politik und der Medien war damals so groß, dass Millionen von Menschen zu Gunsten von Profit getäuscht, missbraucht und getötet wurden. Die Frage, ob das heute auch so ist, brauch ich im Grunde weder stellen noch beantworten.

Diese Taktik nur mit weniger tragischen Folgen sehe ich auch im Arbeits-Alltag.
Am Beispiel dieser sogenannten Wirtschaftsberater, die ein marodes Unternehmen aus den roten Zahlen führen sollen, erkennt man die Taktik des Haupt-Managements. Durch die Beauftragung eines externen Beraters, wird die aufkeimende Wut der Belegschaft, zum Beispiel bei Einsparungen von Personal, vom Management weg in Richtung des externen Beraters gelenkt. Diese Berater sind jedoch selten besser ausgebildet in Betriebswirtschaft, wie die Führungs-Riege von Konzernen. Es ist üblich bei Vertragsabschluss zwischen einem Konzern und dem Beratern, das gewünschte Ergebnis im Vorfeld fest zu legen und daher somit keine Überraschung mehr für die Konzernleitung.
Diese externen Berater dienen somit als moralische Prellböcke, die selbst damit kein Problem haben, da sie ja nach Beendigung ihres Auftrages wieder weg sind.
Auch sind viele Konzerne sehr daran bemüht Betriebsräte zu verhindern, denn diese wirken dem Prinzip „teile und herrsche“ entgegen. Ein Betriebsrat vereint die Masse der Belegschaft und bildet somit eine große und einflussreiche Opposition. Genauso sieht es eigentlich auch mit den Gewerkschaften aus. Wo ich jedoch bei der einen oder anderen Gewerkschaft vermute, dass diese inzwischen auch politisch-strategisch von den Herrschenden missbraucht werden …

Das Prinzip „teile und herrsche“ hat jedoch eine große Nebenwirkung. Der Verlust von Selbstwertgefühl und somit der Verlust von Mitgefühl, was zu Hass und Gewalt führt. Sowohl beim Herrschenden als auch beim Untertanen.

Auch hier sehe ich wieder den Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft in der Wiederherstellung des Selbstwertgefühls. Etwas woran selbst Arbeitslose und Rentner mitwirken können.

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