Mensch sein, heißt gütig zu sein.

Richtig Handeln

"Du musst jeden Tag auch deinen Feldzug gegen dich selber führen."

Zitat von Friedrich Wilhelm Nietzsche

 

Was der Mensch meiden sollte, um Frieden in die Welt zu bringen, ist zwar schnell erkannt, aber dies zu befolgen schwerer.
Deshalb beginne ich mit den Qualitäten des Menschsein, die in vielen Religionen wieder zu finden sind.

Güte, Respekt, Zu Wissen, Bescheidenheit und Geduld.

Diese vier Qualitäten, die jeder in sich trägt, machen den Menschen erst mit dem Ausüben menschlich.

 

GÜTE
Wem nützt der Gedanke von Nächstenliebe, wenn Nächstenliebe nicht gelebt wird?
Also sollte sich jeder selbst fragen: „Bin ich gütig?“ oder „Was ist Güte?“
Güte wird sehr häufig verwechselt mit Höflichkeit, das aber nur eine Form des Respekts ist. Güte ist Handeln im Interesse eines anderen, um dessen Leid zu mildern. Güte heißt auch, keine Gegenleistung zu erwarten, noch nicht einmal Dankbarkeit. Güte bedeutet die Sorgen eines anderen genau so ernst zu nehmen, wie die eigenen Sorgen. Mit Güte kann man eine Not abstellen, ohne selbst in Not zu geraten. Mit Güte entsteht ein besseres Selbstwertgefühl nicht nur bei dem, zu dem man gütig ist, sondern auch bei sich selbst.
Güte heißt auch „Hab keine Angst, du bist nicht allein.“ Güte ist wie über den Kopf zu streicheln, wenn jemand, der uns am Herzen liegt, bekümmert ist.
Der Mensch in unserer Gesellschaft hatte schon immer ein Verlangen jemanden etwas Gutes zu tun, macht dies aber von Bedingungen abhängig. Doch dann ist es keine Nächstenliebe sondern ein Tauschhandel. Ein Geschäft.
Wenn man gütig sein will, muss man bereit sein dafür etwas zu opfern. Das kann Geld sein, Zeit, Arbeitskraft oder Besitz. Nur dann ist es echte Güte und kein Geschäft.
Erwarte auch nicht von dir selbst stets gütig zu sein, denn dann läufst du Gefahr ausgenutzt zu werden und deine Güte schlägt um in Frust.
Beginne klein, mit etwa einem Gefallen mal hier und mal da. Du kannst auch deine Freunde oder in der Familie fragen, wie und bei wem du etwas Gutes tun kannst.
Und mit jeder guten Tat wächst nicht nur dein Selbstwertgefühl, sondern auch deine eigene Bereitschaft dazu.
Doch der größte Erfolg von Güte ist, das es ansteckend ist. Menschen schauen dich mit anderen Augen an. Manche würden zwar mit dem Kopf schütteln, aber in fast jedem Fall sind die, denen du geholfen hast dankbar. Sie respektieren dich mehr als vorher und wollen deinem guten Beispiel folgen.

 

RESPEKT
In unserer Gesellschaft wird oft das Wort Respekt in Bezug auf Angst verwendet und wird somit oft missverstanden. Respekt ist ein anderes Wort für Achtung haben. Jemanden zu achten bedeutet, denjenigen auf ein und dieselbe Stufe zu stellen. Ihm zusagen „Du bedeutest mir genau so viel, wie ich mir selbst.“ oder „Bitte hör mir zu, so wie ich dir zu gehört habe und zu hören werde.“ . Respekt ist eine ehrliche und aufrichtige Umgangsform mit seinen Mitmenschen und führt dazu, dass der Andere sich dir zu wendet und somit auch bereit ist deine Probleme anzuhören.
Ich höre immer: „Respekt muss man sich verdienen.“. Das ist aber in meinen Augen nur eine Form des Selbstschutzes, nämlich davor verletzt zu werden.
Stell dir mal vor zwei Menschen begegnen sich und beide sind der Auffassung, dass der andere seinen Respekt verdienen muss und begeben sich somit in eine Art Wartestellung.
Was passiert? Nichts. Einer von beiden muss folglich den Anfang machen.
Ich bin der Meinung, dass man Respekt verschenken muss. Je großzügiger um so besser. Dann schafft man sich automatisch die Basis für gegenseitigen Respekt.
Am Anfang fällt es viele Menschen noch schwer, die geschenkte Achtung zu erwidern, besonders dann, wenn Emotionen jemanden überwältigt. Am häufigsten bei Frust, aber auch bei Euphorie kann das geschehen. Um sich selbst, den aus der Respektlosigkeit heraus entstandene Frust keine Nahrung zu geben, hilft ein ruhiges und respektvolles Auftreten und spricht die eben entstandene Respektlosigkeit bei der Quelle direkt an.
Zum Beispiel: „Wie Du gerade mich behandelt hast, halte ich für respektlos und ich glaube, dass ich das nicht verdient habe.“ oder als Frage formuliert: „Warum behandelst du mich so? Habe ich dir etwas getan?“. Dadurch zielst du genau auf die Problematik und gibst deinem Gegenüber eine neue Perspektive. Hilft das dann immer noch nicht, begib dich gleich aus dieser negativen Situation raus, damit derjenige Zeit bekommt, über sein handeln nach zu denken.
Bei Einigen kann das dauern, aber die Meisten erkennen schnell, auch wenn manchmal keine Entschuldigung folgt.
Solch eine Taktik der Kommunikation, verhilft nicht nur ein Umdenken bei dem Anderen, sondern hilft dir deinen Respekt, vor dir selbst, aufrecht zu halten.

 

ZU WISSEN
Zu dieser Thematik kann und brauch ich auch nicht viel zu sagen. Denn fast jeder weiß, dass das Erlangen von Wissen nur zum Vorteil sein kann. Ich möchte hier viel mehr hinzufügen, was ZU WISSEN bedeutet.
Zu Wissen heißt, nicht zu vermuten oder zu vertrauen. Wissen ist eine reine Sammlung, dessen einzelne Erkenntnisse im Zusammenhang eine Vermutung bilden können.
Der Physiker Ernst Senkowski hat einmal gesagt: „Wir Physiker können nichts erklären, sondern nur etwas beschreiben.“
Das man Vermutungen als die Wahrheit ansieht, trifft man im täglichen Leben immer wieder. Wie oft begegnen sich Bekannte und tauschen kurze und knappe Informationen aus, aus denen später Gerüchte entstehen. Gerüchte, die das Leben oder Ansehen eines Menschen schnell und dauerhaft zerstören können. Ich glaube das jeder Erwachsene auf dieser Welt von dieser gesellschaftlichen Geißel mindestens einmal betroffen ist.
Folglich kann ich nur dazu raten, Wissen zu sammeln, um eine Vermutung zu untermauern oder zu zerstören. Das heißt, alles, was wir erfahren, aus mehreren Blickwinkeln betrachten und nie der Ansicht aus einer oder weniger Perspektiven vertrauen.
Meine größte Sorge ist dabei, das viele Menschen ihre Informationen nur aus den Medien der Rundfunk-und Fernsehanstalten beziehen, deren Führungsköpfe nur eine Hand voll von Leuten sind.
Zahlreiche Mitmenschen haben so viel Vertrauen in die Meinung anderer Leute, das sie andere Perspektiven gar nicht erst einnehmen möchten. Aber nicht aus Dummheit, sondern aus Angst. Je mehr Angst jemand hat, um so weniger Selbstwertgefühl hat er. Wer ausreichend Selbstwertgefühl besitzt, ist in der Lage seine und die Erkenntnisse anderer aus verschiedenen Positionen heraus zu betrachten. In der Masse fühlt man sich eben sicherer, weil der Einzelne sich sagt: "So viele Menschen können sich doch nicht irren." Deswegen fühlt sich auch bei Vielen der Publikums-Joker, in der Quiz-Show „Wer wird Millionär“, so wertvoll an. Aber die Masse hat nicht immer recht. Die Masse ist träge, wenn es darauf ankommt Irrtümer zu erkennen.
Wissen für an sich, also Fachwissen, ist in meinen Augen vergleichbar mit einem großen Küchenmesser, das zu Hause im Messerblock steckt. Ich kann es zum zerkleinern von Gemüse verwenden, aber auch um jemanden zu verletzen. Es kommt ganz darauf an, wozu ich es brauche. Benutze ich Wissen um zu zerstören oder zu herrschen ist es dumm, denn ich isoliere mich von den anderen. Benutze ich Wissen um anderen Menschen ihr Leid zu lindern, wird aus Wissen Weisheit. Und aus Weisheit erwächst Nächstenliebe.

FORTSETZUNG FOLGT ...

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